Kalender Behinderte Menschen malen 2016 geht auf seine erste Reise

Im Foyer und im Kundencenter der AOK Bezirksdirektion Koblenz können interessierte Menschen die 128 farbenfrohen Kunstwerke der Wanderausstellung des Kalenders seit dem 9. Dezember 2015 für die nächsten 3 Wochen bestaunen.

„Ich sage nicht „Auf Wiedersehen“, sondern ich sage „Hallo““, so eröffnete die Abteilungsleiterin des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung Jenny Mischnick die Wanderausstellung des Kalenders „Behinderte Menschen malen“ 2016. Dabei stellte sie fest, dass die Veranstaltung in verschiedenster Weise eine Premiere sei. Zum einen für den Kalender 2016 mit seinen bunten und einzigartigen Kunstwerken, zum anderen für die AOK als Gastgeber der Ausstellung, aber auch für sie selbst als Repräsentantin des Landesamtes für dieses Inklusionsprojekt.

Außerdem könne man dieses Jahr auch gleichzeitig ein kleines Jubiläum mit der AOK feiern. Die erfolgreiche Zusammenarbeit beider Partner jährt sich zum 15. Mal. Die AOK Rheinland-Pfalz / Saarland trägt als Hauptsponsor maßgeblich zum Erfolg des Kalenders bei. Die Nachfrage nach dem Kalender sei hoch, so dass man von einer Auflage von ursprünglich 2.000 Exemplaren im Jahre 1981 auf nunmehr 30.000 Stück in 2016 blicken kann. Der Kalender schmücke nicht nur rheinland-pfälzische Amtsstuben. Die Kalenderfreunde kommen aus ganz Deutschland und sogar über dessen Grenzen hinweg.

Der Kalender ist ein wichtiges Vorzeige - Inklusionsprojekt des Landes Rheinland-Pfalz und zeigt auf einzigartige Weise, was Menschen mit Behinderungen an künstlerischem Geschick und auch handwerklichem Können „drauf haben“. Jeder behinderte Mensch habe durch den Kalender-Wettbewerb die Möglichkeit zu zeigen, was an individuellen Fähigkeiten in ihm steckt.

Die Gesellschaft hat oftmals Vorurteile für Menschen mit Behinderungen. Sie schaut darauf, was diese nicht können und nicht auf das was sie gut können. Dieses Projekt sei eine geeignete Plattform, um eine andere Sicht der Menschen zu wecken. „Hier soll sich jeder so entfalten wie er will“. 

Die Wanderausstellung ist nicht nur auf die 12 auserwählten Monatsbilder beschränkt. Insgesamt werden 128 Kunstwerke von Station zu Station halt machen, um die Menschen mit diesen besonderen Leistungen zu erfreuen. Es waren zur Eröffnungsveranstaltung der AOK insgesamt 23 Künstlerinnen und Künstler nach Koblenz gereist.

Frau Mischnick begrüßte einige Preisträgerinnen und Preisträger des Kalenders und verschiedene Malerinnen und Maler der Wanderausstellung persönlich und würdigte deren Können nach eigner Interpretation.


Durch die phantasievollen Werke werde der eigene Horizont erweitert und man kann verschiedene Perspektiven einnehmen und beobachten wie sich die eigene Sichtweise verändert, beschrieb Jenny Mischnick ihre eigenen Eindrücke während der Vorstellung einzelner Kunstwerke.

Jedes Bild sei erwähnenswert und sie lud alle anwesenden Menschen dazu ein, die Bilder anzuschauen und jedes Bild mit seinem individuellen Ausdruck auf sich wirken zu lassen und mit den Menschen darüber ins Gespräch zu kommen.

Die Bürgermeisterin der Stadt Koblenz, Marie-Theres Hammes-Rosenstein, bedankte sich bei allen Initiatoren der Ausstellung und freute sich ganz besonders darüber, dass ihre Heimatstadt Koblenz mit der AOK Rheinland-Pfalz /Saarland den Startschuss der Wanderausstellungen 2016 geben durfte.

Bei den Künstlerinnen und Künstlern der ausgestellten Werke handele es sich um ganz besondere Menschen, deren ganz besondere Fähigkeiten im Zentrum stünden.

Sie betonte, „Die Stadt Koblenz würde sich zum Beispiel durch die Einführung einer Teilhabeplanung darum bemühen, jedem Menschen eine individuelle Teilhabe am Arbeitsleben oder an einem Leben in der Gesellschaft zu sichern“. Die Stadt Koblenz sei stolz darauf, dass sie über einen eigenen Aktionsplan mit den Schwerpunktthemen „Arbeit und Wohnen“ verfüge. Solche Veranstaltungen wie diese, seien wichtige Bauteile, um das Gemeinschaftswesen zu fördern und den Künstlerinnen und Künstlern den notwendi-gen Respekt zu zollen.

Der Bezirksgeschäftsführer der AOK Rheinland-Pfalz / Saarland, Christoph Lörsch freute sich, dass Verwaltungsratsmitglieder der AOK den Weg zur Ausstellungseröffnung gefunden haben. Daneben waren Jurymitglieder des Kalenderprojektes, der AOK-Gesamtvertrauensmann der Schwerbehinderten, die Leitungsebene des Sozialamtes der Stadtverwaltung Koblenz und einige Vertreterinnen und Vertretern der AOK Direktion in Eisenberg zu der feierlichen Veranstaltung gekommen.

Nach seiner Ansicht spiegelt die in den vielfältigen Einrichtungen in Rheinland-Pfalz praktizierte Kunst- und Maltherapie die Qualität und das hohe Niveau der ausgestellten Kunstwerke wider. Sie sei ein unerlässlicher Bestandteil und auch Garant dafür, dass ein solches Projekt wie der Kalender „Behinderte Menschen malen“ in dieser erfolgreichen Weise gelingen kann.

Der Landesbehindertenbeauftragte Matthias Rösch rundete den offiziellen Teil der gelungenen Eröffnungsveranstaltung mit dem Lob an alle Akteure, insbesondere an die beiden anwesenden Jurymitglieder Ute Rückert und Ernestine Philippi ab. „Die Bilder lassen keinen Aspekt zum Thema Wiedersehen aus", sagte er in seiner Begrüßungsrede vor rund 100 Gästen. Die Jury hätte bestimmt keine leichte Aufgabe gehabt. Der Kalender sei ein guter und außergewöhnlich erfolgreicher Botschafter für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz. Er freue sich sehr darüber, dass die AOK Rheinland-Pfalz / Saarland ihre Räumlichkeiten für diese gelungenen Kunstwerke der Wanderausstellung zur Verfügung stellt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Januar 2016 für alle Bürgerinnen und Bürger bei der AOK in Koblenz zu bewundern.