Was gibt es zur Grippeschutzimpfung zu sagen?

Eigenschaft von Influenza-Viren

Die Influenza-Viren zeichnen sich durch eine außerordentliche Variabilität aus. Es gibt viele Typen dieser Viren und sie sind auch in der Lage, sich ständig mehr oder weniger intensiv zu verändern. Zum Teil sind dies Veränderungen im Virus selbst, zum Teil finden Veränderungen durch Austausch von Virusbestandteilen untereinander statt, wodurch ein gänzlich neues Influenza-Virus entstehen kann.

Eine neue Virusvariante ist für uns Menschen so gefährlich, weil unser Körper vorher noch keinen Kontakt mit diesem Virus hatte und er somit noch keine Abwehrstoffe gegen dieses Virus gebildet hat.

In den vergangenen Jahrzehnten hat es nur kleine Veränderungen der für den Menschen gefährlichen Influenza-Viren gegeben. Jährlich werden die Grippe-Impfstoffe diesen Veränderungen angepasst und sind hierdurch in der Regel gut wirksam.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung empfiehlt daher seit dem Jahr 2005 in ihrer „Öffentlichen Impfempfehlung“ allen Bürgerinnen und Bürgern unseres Bundeslandes, sich gegen Influenza (Grippe) impfen zu lassen. Dies begründet jedoch noch keinen Kostenübernahmeanspruch gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie ist aber die Voraussetzung dafür, dass das Land bei den in der Empfehlung aufgeführten Impfungen die Haftung für mögliche Impfschäden übernimmt.

Grippe-Impfung

Die Grippe-Impfung wird als einmalige Spritzimpfung in den Oberarm verabreicht. Sie wird in der Regel sehr gut vertragen. In seltenen Fällen kann es zu lokalen Reaktionen oder leichten Allgemeinbeschwerden in Form von Kopfschmerzen oder erhöhter Temperatur kommen, die als Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff zu werten sind und schnell wieder abklingen.

Kinder und Jugendliche im Alter von 6 Monaten bis 17 Jahren, die infolge eines Grundleidens eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung durch eine Influenzavirus-Infektion aufweisen, sollen wie Erwachsene jeweils im Herbst gegen saisonale Influenza geimpft werden. Die STIKO empfiehlt in der kommenden Saison 2016/2017 für die Altersgruppe von 2-17 Jahren entweder den nasalen Lebendimpfstoff, der in die Nase gesprüht wird, sofern keine Kontraindikation besteht (siehe Fachinformation), oder einen inaktivierten Impfstoff zu verwenden. Die präferentielle Empfehlung für die Verwendung von nasalem Lebendimpfstoff in der Altersgruppe 2-6 Jahre wird für die kommende Saison 2016/2017 ausgesetzt. Säuglinge und Kleinkinder im Alter von 6-23 Monaten können nur mit einem inaktivierten Impfstoff geimpft werden (Details und Begründung hierzu siehe „Stellungnahme der STIKO zur Anwendung von Influenza-Lebendimpfstoffen bei Kindern in der Saison 2016/2017“ unter: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/Ausgaben/39_16_STIKO-Stellungnahme.pdf?__blob=publicationFile).

Der Impfstoff selbst kann keine Grippe auslösen. Er schützt nicht vor Erkältungskrankheiten durch andere Erreger. Der Impfschutz ist ca. 1-2 Wochen nach der Impfung im Körper aufgebaut.

Die Impfung muss jährlich wiederholt werden, da, wie bereits erwähnt, eine regelmäßige Anpassung des Impfstoffes an die aktuellen Influenza-Viren notwendig ist.

Die meisten Krankheitsfälle treten zwischen Dezember und April auf. Etwa ab September jeden Jahres steht der neue Impfstoff für die bevorstehende Grippewelle zur Verfügung. Man sollte sich möglichst im Herbst impfen lassen. Eine spätere Impfung ist jedoch grundsätzlich möglich. Hierzu kann Sie individuell Ihre Impfärztin, Ihr Impfarzt oder Ihr Gesundheitsamt beraten.

Ausführliche Informationen zur Grippe-Impfung können den STIKO-Empfehlungen entnommen werden.

Grippepandemie

Die Impfung großer Teile der Bevölkerung stellt auch einen Schutz vor dem Auftreten einer Neuvariante des Virus dar, da das Virus an seiner Ausbreitung gehindert wird und es so weniger Möglichkeiten hat, sich mit anderen Grippevirusarten zu vermischen. Daher ist die Intensivierung der Impfbereitschaft in der Bevölkerung ein wichtiger Bestandteil des so genannten „nationalen Pandemieplanes“, der wichtige Vorbereitungsmaßnahmen von Bund und Ländern sowie allen anderen Beteiligten auf eine Grippepandemie empfiehlt. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf den Internetseiten des Robert Koch-Institutes.

    Weiterführende Links