Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz

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Das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz ist ein Zusammenschluss von Vertreterinnen und Vertretern staatlicher und zivilgesellschaftlicher Institutionen, die ihr Expertenwissen zum Thema Rechtsextremismus einbringen. Eine besondere Rolle spielen dabei die sieben regionalen „Beratungsknoten“. Sie sind Ansprechpartner in ihrer Region und führen die Beratungen durch. Dabei können sie auf das Fachwissen der Netzwerk-Mitglieder zurückgreifen. Die Landeskoordinierungsstelle steuert die Arbeit des Beratungsnetzwerks. Das Beratungsnetzwerk ist Teil des Kompetenznetzwerks „Demokratie leben!“ in Rheinland-Pfalz.

Wen wollen wir erreichen? Was bieten wir an?

Das Beratungsangebot richtet sich an Bürgerinnen und Bürger, Kommunen oder sonstige Institutionen, die von Rechtsextremismus betroffen sind oder sich gegen Rechtsextremismus, Demokratie- und Menschenfeindlichkeit bzw. für Vielfalt und Toleranz engagieren wollen. Vertreter und Vertreterinnen von staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen in Rheinland-Pfalz bilden einen Pool von Expertinnen und Experten. Die Beratungsknoten beraten vor Ort.

Landeskoordinierungsstelle und Beratungsknoten sind Ansprechpartner für Betroffene, wenn ...

  • Rechtsextreme sich formieren und aktiv sind
  • Rechtsextreme Demonstrationen, Konzerte oder andere Veranstaltungen durchführen wollen
  • es zu rassistisch motivierten bzw. fremdenfeindlichen Übergriffen kommt
  • Rechtsextreme versuchen, an Schule ihre Propaganda zu verteilen oder den örtlichen Jugendtreff unterwandern
  • Menschen sich im Ort rechtsextrem gebärden
  • Gedenkstätten mit rechtsextremen Parolen geschändet werden
Opferberatung

Innerhalb des Beratungsnetzwerks gegen Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz wurde ein spezielles Beratungsangebot zur umfassenden Unterstützung von Opfern von rechtsextremistisch motivierten Übergriffen geschaffen: 

„Opferberatung Rechtsextremismus Rheinland-Pfalz“ beinhaltet

  • psychosoziale Gespräche, in denen die Opfer die Möglichkeit haben, das Erlebte und die damit verbundenen Gefühle zu artikulieren und zu verarbeiten
  • ggf. die Begleitung zu polizeilichen Vernehmungen, zur Gerichtsverhandlung oder zu ärztlichen Untersuchungen
  • die Vermittlung von Trauma-Experten oder Anwälten
  • Informationen

Das Beratungsangebot ist anonym und kostenfrei.


Kontakt

Opferberatung Rechtsextremismus Rheinland-Pfalz
Telefon 0176 – 84 60 78 52
opferberatung(at)lsjv.rlp.de

Planspiele

Wenn Rechtsextreme Kundgebungen anmelden bzw. durchführen oder wenn Rechtspopulisten ihre Argumente bei Bürgerversammlungen vorbringen, entstehen besondere Herausforderungen für diejenigen, die sich dagegen engagieren wollen oder beruflich damit befasst sind. Dies hat das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz dazu bewogen, die besonders eindrückliche und deshalb lerneffektive Methode Planspiel aufzugreifen und für das Themenfeld zu entwickeln. In Planspielen werden realitätsnahe Situationen simuliert und Handlungsstrategien für diese trainiert. Die Teilnehmenden übernehmen dabei die Rollen relevanter Akteure. Sie versetzen sich in deren Sichtweisen und erwecken die Charaktere mit ihren Ideen zum Leben. Schauspielerisches Talent ist für die Teilnahme keine Voraussetzung. Wichtig ist das Interesse am Themenkomplex und an Kommunikation. Planspiele sind als Bühne für „erlebtes Lernen“ und durch intensive ergebnissichernde Reflektion didaktisch sehr effektiv.

Unser Angebot richtet sich an zivilgesellschaftliche Bündnisse und Initiativen, Polizei, Ordnungsbehörden, Jugendgruppen und weitere Interessierte. Mehrere Planspiele mit unterschiedlichen, realitätsbezogenen Spielsituationen wurden entwickelt. Diese können nach vorhergehender Absprache entsprechend den Wünschen bzw. den Herausforderungen der Kunden vor Ort verändert werden. Die Planspiele werden grundsätzlich von mindestens zwei ausgebildeten Planspielleitern/-innen angeleitet.

Angebot

Drei thematisch unterschiedliche Planspiele werden aktuell angeboten:

  • „Reinstadt hat andere Sorgen“
    Planspiel zum Umgang mit rechtsextremistischen Gruppierungen und Veranstaltungen rund um die Errichtung eines Holocaustdenkmals: Unterschiedliche Sichtweisen zur geplanten Einrichtung einer Gedenkstätte für die ehemaligen jüdischen Mitbürger; Umgang mit einer rechten Demonstration.
  • „Flüchtlinge in unserer Stadt“
    Planspiel zu den Vorgängen rund um die Einrichtung einer Unterkunft für Asylsuchende und Flüchtlinge:
    Sowohl Engagement für als auch Vorbehalte gegen angekündigte bzw. bereits anwesende Flüchtlinge treffen im Rahmen einer Einwohnerversammlung aufeinander.
  • „Runder Tisch in Riedelbach“
    Planspiel rund um die Einrichtung eines muslimischen Gebetsraums im ländlichen Gebiet und dem Umgang mit rechtsextremen Störmanövern: Muslimische Mitbewohner möchten im ehemaligen, jetzt leerstehenden Feuerwehrhaus einen Gebetsraum einrichten. Der Bürgermeister bittet Befürworter und Gegner zu einem Runden Tisch.
Kontakt

planspiel(at)lsjv.rlp.de

Weiterführende Links
Kontakt

Landeskoordinierungsstelle
Telefon 06131 967-185
beratungsnetzwerk(at)lsjv.rlp.de

Lokale Ansprechpartner

BKN Westerwald
Telefon 0151 - 15 39 74 57
beratungsknoten-ww(at)lsjv.rlp.de

BKN Koblenz/Mittelrhein
Telefon  0176 - 62 54 28 37
beratungsknoten-ko(at)lsjv.rlp.de

BKN Trier/Eifel
Telefon  0176 - 30 49 12 63
beratungsknoten-tr(at)lsjv.rlp.de

BKN Mainz/Rheinhessen/Nahe
Telefon 0163 - 4 14 52 36
beratungsknoten-mz(at)lsjv.rlp.de

BKN Nordwestpfalz
Telefon 0157 - 56 30 64 86
beratungsknoten-ku(at)lsjv.rlp.de

BKN Südwestpfalz
Telefon 0176 - 99 30 68 15
beratungsknoten-ps(at)lsjv.rlp.de

BKN Vorder- und Südpfalz
Telefon 0176 - 56 26 01 32
beratungsknoten-lu(at)lsjv.rlp.de