Prävention gegen religiös begründete Radikalisierung junger Menschen

In den letzten Jahren ist auch in Deutschland das globale Phänomen der religiösen Radikalisierung („Islamismus“) zunehmend in Erscheinung getreten. Als möglicher Nährboden dieser Radikalisierung gelten soziale Benachteiligung, Diskriminierung und Ausgrenzungserfahrungen. Sie scheinen gerade junge Menschen für extremistische Botschaften empfänglich zu machen. Hier soll die Prävention ansetzen.

Im Auftrag der Landesregierung soll das Landesjugendamt ein Netzwerk zur spezifischen Prävention im Land aufbauen. Der Auftrag ist im rheinland-pfälzischen „Konzept zur Verhinderung islamistischer Radikalisierung junger Menschen in Rheinland- Pfalz“ gegeben. Die Maßnahmen werden vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert.

Koordinierungsstelle gegen religös begründete Radikalisierung

Langfristiges Ziel ist es, einer religiös konnotierten Radikalisierung von jungen Menschen vorzubeugen. Dazu sollen auf Landesebene möglichst viele Akteurinnen und Akteure zu einem lebendigen Diskurs über wirksame Prävention zusammengeführt werden. Von der Koordinierungsstelle organisierte Fachveranstaltungen und über den qualifizierten Adressverteiler „DivAN“ bereitgestellte Informationen unterstützen die Netzwerkmitglieder im Land.

Das Landeskonzept RLP gibt eine nicht-stigmatisierende, salutogenetische und diversitätsorientierte Arbeitsweise vor. Dadurch soll die Jugend gestärkt werden, möglichen Radikalisierungseinflüssen zu widerstehen. Stärkung ist vor allem dort sehr wichtig, wo es um soziale Benachteiligung und Ausgrenzung geht, wo ethnische, nationale und kulturelle Unterschiede eine Rolle spielen. Wichtig dabei ist der Blick auf die positiven Entwicklungsbedingungen und die Frage, wie gute Bedingungen für alle hergestellt werden können, bzw. welche unterstützenden Strukturen und gesellschaftlichen Interventionen nötig sind. Es bedeutet auch, Unterschiedlichkeiten von Menschen und Lebenslagen wahrzunehmen und diese als Chance für ein pluralistisches Miteinander anzuerkennen; ebenso gilt es, allen die Partizipation an der Gesellschaft zu gewähren und sie hierzu zu befähigen.

Die Koordinierungsstelle übernimmt dabei u.a. die Aufgabe, bereits vorhandene Aktivitäten im Land zu bündeln und neue Mitglieder für das Präventionsnetzwerk zu gewinnen. In gemeinsamen Arbeitstreffen sollen z.B. themenbezogene Konzepte für die Jugendarbeit erstellt werden. Theorie und Praxis sollen hierbei zielführend miteinander verknüpft werden, so dass Impulse für eine gelingende Präventionsarbeit mit Jugendlichen in Rheinland-Pfalz gegeben werden.

Die Koordinierungsstelle organisiert Fachtage und Fortbildungen, welche - neben fachlichem Input - zur Vernetzung aller am Thema interessierten Menschen in Rheinland-Pfalz beitragen soll.

Diversitätsorientierte Arbeit im Netzwerk
Logo Divan, Diversitätsorientierte Arbeit im Netzwerk

© LSJV

Mit DivAN soll eine spezifische Vernetzung der in Rheinland-Pfalz stattfindenden präventiven Aktivitäten gegen eine religiös verbrämte politische Radikalisierung geleistet werden. Auf pädagogischer Ebene ist dieser Herausforderung am besten mit einem diversitätsorientierten Ansatz zu begegnen. Dazu möchte das Landesjugendamt fachlichen Austausch und Fortbildung zugänglich machen.

Zu diesem Zweck wurde im Landesjugendamt die Adressdatenbank „DivAN“ eingerichtet, in der die Adressen von Personen und Organisation eingetragen werden können, die Interesse an einer diversitätsorientierten Arbeit im Netzwerk haben.

Die Aufnahme in „DivAN“ soll den Zugang zu diversitätsorientierten Fortbildungs-, Austauschs- und Kooperationsangeboten eröffnen. Die Adressdatei wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ aufgebaut und steht u.a. im Kontext des Programmziels, einer religiösen Radikalisierung junger Menschen vorzubeugen. Der Auftrag dazu ist im Bundesprogramm „Demokratie leben“ sowie im „Konzept zur Verhinderung islamistischer Radikalisierung junger Menschen in Rheinland- Pfalz“ angelegt. Dieses Konzept wurde im September 2015 von der rheinland-pfälzischen Landesregierung verabschiedet. Die Präventionsarbeit soll einer „salutogenetischen“ Orientierung folgen, heißt es darin. Die umfassende Förderung und Stärkung junger Menschen ist die beste Prävention, so der Grundgedanke. Stärkung ist vor allem dort sehr wichtig, wo es um soziale Benachteiligung und Ausgrenzung geht, wo ethnische, nationale und kulturelle Unterschiede eine Rolle spielen. Die salutogenetische Zielperspektive wird deshalb mit einem diversitätsorientierten Ansatz verbunden. Unterschiede sollen respektiert und reflektiert werden, im Netzwerk wird über den Abbau von Zuschreibungen, Stigmatisierung und sozialer Benachteiligung nachgedacht.

Weiterführende Links
Kontakt

Landeskoordinierungsstelle „Demokratie leben!“
Telefon 06131 967-504
divan(at)lsjv.rlp.de