Allgemeines

Opfer von Gewalttaten haben in vielen Fällen ein psychisches Trauma, also eine Verletzung der Seele erlitten. Hier gilt es durch schnelle Hilfe die Verfestigung und dauerhafte Einschränkungen im täglichen Leben der Betroffenen durch Trauma bedingte psychische Beeinträchtigungen zu verhindern.

Hierzu wurden in Rheinland-Pfalz vier OEG-Traumaambulanzen eingerichtet. Sie sollen der Intention des OEG, schnelle und zügige Hilfe zu leisten, noch besser gerecht werden.

Durch die Traumaambulanz soll erreicht werden:

  • die Einleitung psychotherapeutischer Maßnahmen in Fällen, denen ein aktueller Tathergang zugrunde liegt, innerhalb kürzester Zeit (ein bis zwei Wochen) nach Kenntnis der Behörde sicherzustellen;
  • dem Gesichtspunkt „Reha vor Rente“ besser und schneller Rechnung zu tragen;
  • die Dauer der Bearbeitung langwieriger Erstantragsverfahren erheblich zu verkürzen.

Bei den OEG-Traumaambulanzen handelt es sich um Einrichtungen, die spezielle Therapieangebote zur Behandlung der psychischen Folgen traumatisierter Menschen für Anspruchsberechtigte aus dem Zuständigkeitsbereich des Landes Rheinland-Pfalz bereit halten.

Soforthilfe/Ziele

Die Soforthilfe soll sicher stellen, dass durch ein rasches fachkompetentes Eingreifen und, sofern erforderlich, zeitnahe Vermittlung der Betroffenen in die fachtherapeutische Regelversorgung es möglichst vermieden wird, dass die psychiatrischen Folgen der Gewalttat sich dauerhaft als Gesundheitsstörung verfestigen.

Die OEG-Traumaambulanzen müssen sicherstellen, dass das Einleiten psychotherapeutischer Maßnahmen innerhalb von ein bis zwei Wochen nach Kenntnis der Behörde erreicht wird. Das Angebot der Traumaambulanz kann also nur bei akuten Ereignissen greifen. Die auch bekannten Fälle, bei denen die Gewalttat lange Zeit zurückliegt, sind dagegen grundsätzlich einer Hilfe durch die Traumaambulanz nicht zugänglich.

Wer kommt für die Inanspruchnahme der OEG-Traumaambulanz in Betracht?

Alle Personen, die durch

  • Kapitalverbrechen (z.B. schwere Körperverletzung),
  • Vergewaltigungen,
  • sog. Schockschäden (z.B. Tatzeugen von Mord und/oder Totschlag, schwere Körperverletzung), und/oder
  • im Zusammenhang mit Gewalttaten im Ausland

geschädigt wurden, und bei denen es sich um einen vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriff gegen diese oder eine andere Person handelte. Auch bei Schäden durch eine zulässige Abwehr eines solchen Angriffs, kommt die Inanspruchnahme in Betracht. Betroffene Opfer müssen sich so rasch wie möglich nach der Tat melden.

Voraussetzungen/Berechtigter Personenkreis

Der Antrag auf Gewährung von Leistungen nach dem OEG ist die Voraussetzung für den diesbezüglichen Versorgungsanspruch. Ohne diesen Antrag kann es mithin auch keine Betreuung der betroffenen Menschen durch eine OEG-Traumaambulanz geben. Der Antrag kann bei der OEG-Traumaambulanz oder beim Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV) gestellt werden.

Die OEG-Traumaambulanzen haben entsprechende OEG-Kurzantragsvordrucke vorliegen.  

Sie können aber auch hier heruntergeladen werden.

Leistungen der OEG-Traumaambulanzen

Die Traumaambulanzen sichern insbesondere

  • die Erreichbarkeit für den Betroffenen,
  • helfen ggf. beim Ausfüllen der Anträge,
  • führen die Soforthilfe-Sitzungen durch,
  • geben Hilfestellung bei der Notwendigkeit psychosozialer Begleitung.
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Flyer
Baumstämme mit dem Schriftzug "Trauma"

© Christian Schwier - Fotolia

Den Flyer „Hilfe für Opfer von Gewalttaten – Soforthilfe bei psychischem Trauma – OEG-Traumaambulanzen – können Sie hier herunterladen.

Ihre Ansprechpartnerin im Landesamt

Inge van Kampen
Telefon 0261 4041-491
Telefax 0261 4041-418
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